Gewöhnliche Languste
Palinurus elephas
Familie: Palinuridae | Gattung: Palinurus
Fels- und Korallenriffe | Allesfresser | Atlantik und Mittelmeer | Bis zu 40 cm | Bis zu 8 kg | Bis zu 15 Jahre
Die Gewöhnliche Languste ist ein großes Krebstier mit einer rötlich-orangefarbenen Färbung. Im Gegensatz zum Hummer besitzt sie keine Scheren an den Vorderbeinen, sondern lange, kräftige Antennen. Sie ist eine langsam wachsende Art und kann unter optimalen Bedingungen ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen.
In europäischen Gewässern ist sie die wirtschaftlich bedeutendste Langustenart.
Verbreitung
Die Gewöhnliche Languste ist entlang der Küsten des östlichen Atlantischen Ozeans verbreitet, von Norwegen bis Marokko. Außerdem kommt sie in weiten Teilen des Mittelmeers sowie an den Küsten der Kanarischen Inseln, Madeira und der Azoren vor.
Lebensraum
Sie lebt in Höhlen und Spalten felsiger Meeresböden sowie in Korallenriffen. Sie bevorzugt Lebensräume mit folgenden Merkmalen:
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Felsige Untergründe mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten in Tiefen von 5 bis 200 Metern.
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Höhlen und Felsspalten, in denen sie sich tagsüber verstecken kann.
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Korallenriffe und Lebensräume mit hartem Untergrund
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Gebiete mit einem reichhaltigen Angebot an wirbellosen Tieren mit harter Schale, die ihr als Nahrung dienen.
Lebensweise und Verhalten
Die Gewöhnliche Languste ist ein langsam wachsender, nachtaktiver Räuber. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebstieren wird bei dieser Art kein Kannibalismus beobachtet. Sie kann sich durch kräftige Schwanzschläge rückwärts fortbewegen und nutzt ihre langen Antennen sowie ihre Laufbeine, um Nahrung zu ertasten und zu manipulieren.
Sozialverhalten:
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Lebt als Einzelgänger, in Paaren oder in Gruppen je nach Verfügbarkeit von Verstecken und Nahrung.
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In Gebieten mit zahlreichen Höhlen können sie größere Gruppen bilden.
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Für saisonale Wanderungen legen Langusten mitunter weite Strecken am Meeresboden zurück. Dabei bewegen sie sich häufig in langen Reihen hintereinander und halten mit ihren Antennen Kontakt zum vorausgehenden Tier.
Aktivität:
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Nachtaktiv. Zur Nahrungssuche verlässt sie nachts ihre Verstecke, während sie tagsüber den Schutz von Höhlen und Felsspalten bevorzugt.
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Jagt hauptsächlich nach bodenlebenden, wirbellosen Tieren.
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Mit ihren langen Antennen erkundet sie ihre Umgebung und schützt sich vor Fressfeinden.
Fortpflanzung:
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Eierlegend. Größere Weibchen legen ihre Eier zu Beginn der Fortpflanzungszeit ab, kleinere Weibchen meist erst gegen Ende der Saison.
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Die Weibchen tragen die Eier an der Unterseite ihres Hinterleibs. Mit dem fünften Beinpaar reinigen und pflegen sie die Eier.
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Zweimal im Jahr unternimmt die Gewöhnliche Languste saisonale Wanderungen: Zwischen November und März zieht sie in tiefere Gewässer, während sie sich im Frühjahr zur Fortpflanzung in flachere Küstenbereiche begibt.
Rolle im Ökosystem:
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Als bodenlebender Räuber trägt die Gewöhnliche Languste dazu bei, die Bestände anderer wirbelloser Tiere zu regulieren.
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Mit zunehmender Größe ergänzen Algen und Fischreste ihre Ernährung, allerdings in untergeordneter Rolle.
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Territorial und auf felsige Verstecke angewiesen.
Ernährung
Im natürlichen Lebensraum
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Sie ist ein Allesfresser, ernährt sich jedoch überwiegend von tierischer Nahrung.
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Zu ihrer Hauptnahrung gehören hartschalige wirbellose Tiere wie Weichtiere, Stachelhäuter und andere Krebstiere.
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Darüber hinaus frisst sie auch Würmer.
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Größere Exemplare ergänzen ihre Nahrung gelegentlich durch Algen und Fischreste, die jedoch nur einen kleinen Anteil der Gesamtnahrung ausmachen.
Unter menschlicher Betreuung
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Ihre Nahrung ist abwechslungsreich und besteht vor allem aus verschiedenen Fischarten und Weichtieren.
Schutzstatus
Die Gewöhnliche Languste (Palinurus elephas) wird von der International Union for Conservation of Nature (UICN) in der Roten Liste als Vulnerable (VU, „gefährdet“) eingestuft. Ihre Bestände nehmen weiterhin ab.
Aufgrund ihres hohen wirtschaftlichen Wertes und der intensiven Fischerei seit den 1980er-Jahren sind die Bestände im Atlantik in vielen Gebieten stark zurückgegangen. Auch im Mittelmeer wurden zahlreiche Populationen überfischt.
Hauptbedrohungen:
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Langjährige Überfischung, die zum Zusammenbruch lokaler Bestände geführt hat.
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Illegale Fischerei, begünstigt durch den hohen Marktwert der Art, selbst in geschützten Gebieten.
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Langsames Wachstum, das die Erholung der Populationen erschwert.
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Zerstörung und Veränderung felsiger Küstenlebensräume.