Langschnäuziges Seepferdchen
Familie: Syngnathidae | Gattung: Hippocampus
Seegraswiesen und Riffe | Fleischfresser | Westatlantik | Bis zu 17,5 cm
Das Seepferdchen ist ein symbolträchtiges Meerestier. Sein Trivialname geht auf die Ähnlichkeit seines Kopfes mit dem eines Pferdes zurück. Das markanteste anatomische Merkmal, welches ihn von allen anderen Fischgattungen unterscheidet, ist der Übergang zwischen Kopf und Körper im rechten Winkel. Es gehört zur Familie der Syngnathidae und zur Gattung Hippocampus. Das Langschnäuzige Seepferdchen, zeichnet sich durch seine lange Schnauze sowie eine Reihe meist weißlicher Ringe entlang seines Körpers aus.
Geographische verbreitung
Die Art lebt im westlichen Atlantik – von North Carolina (USA) über Bermuda und die Bahamas bis nach Santa Catarina in Brasilien.
Lebensraum
Als nicht wandernde Art ist sie eng an Riffe gebunden und lebt in subtropischen Gewässern in Tiefen von bis zu 55 Metern.
Bevorzugt werden Lebensräume mit folgenden Merkmalen:
• Ruhige subtropische Gewässer.
• Korallenriffe mit dichter Meeresvegetation.
• Seegraswiesen und Algenbestände, die sichere Haltepunkte bieten.
Lebensweise und verhalten
Das Langschnäuzige Seepferdchen ist eine überwiegend sesshafte Art und verbringt die meiste Zeit nahezu regungslos. Mit seinem Greifschwanz hält es sich dabei an der Meeresvegetation fest. Durch wellenförmige Bewegungen seiner Rücken- und Brustflossen kann es sich fortbewegen, allerdings erfolgt dies äußerst langsam. Als geschickter Jäger ortet es seine Beute mithilfe seiner unabhängig voneinander beweglichen Augen.
Sozial verhalten
• Sesshafte und territoriale Art.
• Bildet während der Fortpflanzungszeit monogame Paare.
• Verankert sich die meiste Zeit an der Meeresvegetation.
Tagesaktivität
• Verharrt regungslos und hält sich mit dem Greifschwanz an Stängeln und Wasserpflanzen fest.
• Schwimmt sehr langsam in aufrechter Körperhaltung.
• Bewegt seine Augen unabhängig voneinander, um Beute aufzuspüren.
• Jagt aktiv kleine Krebstiere des Zooplanktons.
Fortpflanzung
• Die Art ist ovovivipar (eierlegend)
• Charakteristisch ist die inverse Rollenverteilung bei der Brutpflege
• Das Männchen übernimmt die Trächtigkeit und trägt die Eier etwa 14 Tage lang in seinem Brutbeutel aus.
• Beim Schlüpfen sind die Jungtiere etwa 7 mm groß.
• Ein Männchen kann bis zu 1000 Eier austragen und vollständig entwickeln, bevor es die Jungtiere entlässt.
Beziehung zu seiner umwelt
• Tarnung: Körperform und Färbung sind perfekt an die Meeresvegetation angepasst.
• Verankerung: Mit dem spiralförmig eingerollbaren Greifschwanz hält es sich sicher an Pflanzen fest.
• Fortbewegung: Es schwimmt mithilfe wellenförmiger Bewegungen der Rücken- und Brustflossen.
Ernährung
Im natürlichen lebensraum:
• Ernährt sich von kleinen Krebstieren des Zooplanktons.
• Saugt seine Beute mit der rohrförmigen Schnauze ein.
• Schluckt die Beute im Ganzen, da es keine Zähne besitzt.
• Muss aufgrund seiner wenig effizienten Verdauung – bedingt durch das Fehlen von Pylorusanhängen – große Futtermengen aufnehmen.
• Die unabhängig beweglichen Augen erleichtern das Erkennen der Beute.
Unter menschlicher betreuung:
• Benötigt häufige Fütterungen mit lebenden oder tiefgekühlten Beutetieren.
• Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Artemia, Mysis und anderen kleinen Krebstieren.
• Aufgrund der schnellen Verdauung sind täglich fünf Fütterungen erforderlich.
• Jungtiere erhalten zunächst Nauplien. Erwachsene Tiere werden mit Mysis und Artemia gefüttert; bei fortpflanzungsfähigen Tieren wird die Nahrung zusätzlich mit Krill ergänzt.
Schutzstatus
Hippocampus reidi wird auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als potenziell gefährdet (Near Threatened, NT) eingestuft.
Ferner ist die Art seit 2004 in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) aufgeführt.
Die Hauptbedrohungen sind:
• Die Zerstörung von Lebensräumen, insbesondere von Riffen und Seegraswiesen.
• Die Grundschleppnetz-Fischerei, die erhebliche Schäden an den Meeresböden verursacht.