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Fische der Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln, mitten im Atlantik gelegen, sind ein Paradies für alle, die die geheimnisvolle Unterwasserwelt entdecken möchten. Kristallklares Wasser und das Zusammentreffen verschiedener Meeresströmungen schaffen einen einzigartigen Lebensraum mit außergewöhnlicher Artenvielfalt.

Ob farbenfrohe Küstenbewohner oder geheimnisvolle Tiefseebewohner – der Archipel hält für Meeresbegeisterte stets neue Entdeckungen bereit. Kleine, leuchtende Fische tummeln sich hier ebenso wie große Raubfische und bilden gemeinsam ein Ökosystem, das in seiner Vielfalt und Faszination kaum zu übertreffen ist.

Fische der Kanarischen Inseln

Faktoren, die die marine Vielfalt der Kanaren prägen

Das subtropische Klima, milde bis warme Gewässer sowie Lebensräume wie Seegraswiesen und vulkanische Riffe begünstigen das Vorkommen einheimischer wie wandernder Arten gleichermaßen. Darüber hinaus fungiert der Archipel dank seiner strategisch günstigen Lage als bedeutender Wanderkorridor für zahlreiche Fischarten, die zwischen Nord- und Südatlantik ziehen.

Charakteristische Fischarten der Kanaren

Die Kanarischen Inseln beherbergen eine bemerkenswerte Vielfalt an Fischarten – von den Küstengewässern bis ins offene Meer. Einige der charakteristischsten Bewohner dieses einzigartigen Meeresgebiets stellen wir hier vor.

  • Küstenfische:

In den küstennahen Gewässern begegnet Ihnen häufig der Europäische Papageifisch (Sparisoma cretense) oder Vieja im Spanischen – Symbolfisch der Kanaren, bekannt für seine leuchtenden Farben und geschätzt in der kanarischen Küche. Ebenso verbreitet sind große Schwärme von Geißbrassen (Diplodus sargus) und Goldstriemen (Sarpa salpa), die über felsige Böden und entlang von Riffen ziehen.

Lippfisch
Papageifisch
  • Fischarten tieferer Gewässer:

In tieferen und küstenfernen Gewässern leben Arten wie der Europäische Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax; Lubina) und die Meerbrasse (Dentex gibbosus; Sama), die auch bei den lokalen Fischern sehr beliebt sind. Zwischen Felsen und Riffen, teils auch in flacheren Zonen, ist die Schwarze Muräne (Muraena augusti) anzutreffen. Diese nachtaktive Art versteckt sich tagsüber in Spalten und Höhlen – territorial, räuberisch und perfekt an das Leben zwischen den Felsen angepasst.

Zu den faszinierendsten Bewohnern zählt der Meerengel/Gemeiner Engelhai (Squatina squatina), eine stark gefährdete Art, die auf den Kanarischen Inseln einen wichtigen Rückzugsraum findet. Ebenso bemerkenswert ist der Schmetterlingsrochen (Gymnura altavela): Er gleitet mit seinen breiten Flossen scheinbar mühelos durchs Wasser – eine der elegantesten Erscheinungen der kanarischen Gewässer.

Schmetterlingsrochen
Unechte Karettschildkröte

Die Bedeutung des Schutzes mariner Ökosysteme

Der Fischreichtum der Kanarischen Inseln ist nicht nur für Tourismus und Fischerei bedeutsam – er ist auch Grundlage des ökologischen Gleichgewichts im Meer. Überfischung, Umweltverschmutzung und der Klimawandel bedrohen diese Artenvielfalt und ihre Lebensräume unmittelbar. Der Schutz dieser Unterwasserwelt erfordert konkretes Handeln: nachhaltige Fischerei, saubere Gewässer und den Erhalt natürlicher Lebensräume für kommende Generationen.

Schutzgebiete der Kanarischen Inseln

Die Kanarischen Inseln verfügen über ein weitreichendes Netz von Schutzgebieten zu Land und im Meer, die eng mit dem Atlantik und seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt verbunden sind.

Zu den bedeutendsten Meeresschutzgebieten zählen drei Reservas Marinas: die Reserva Marina de La Graciosa e Islotes, die zahlreiche Arten und Lebensräume schützt; die Reserva Marina de La Restinga – Mar de Las Calmas, bekannt für ihre tiefen Gewässer und großen Artenreichtum; sowie die Reserva Marina de La Palma, in der einzigartige vulkanisch geprägte Unterwasserlandschaften erhalten werden.

Auch einige Nationalparks stehen in enger Verbindung mit dem Meer. Der Nationalpark Timanfaya auf Lanzarote prägt durch seinen vulkanischen Ursprung die umliegenden Meeresböden und schafft besondere marine Lebensräume. Der Nationalpark Garajonay trägt zum Wasserhaushalt von La Gomera bei und unterstützt so indirekt den Erhalt der küstennahen Gewässer.

Ergänzend dazu schützen zahlreiche marine Schutzgebiete (FFH-Gebiete) als Teil des Netzwerks Natura 2000 ökologisch wertvolle Lebensräume: Seegraswiesen, felsige Meeresböden und Wanderrouten für Wale und Delfine. Zu den bekanntesten gehören das Meeresgebiet Teno–Rasca auf Teneriffa, die Seegraswiesen vor Gran Canaria und das Mar de Las Calmas bei El Hierro.

Wie können wir zum Schutz der Meere beitragen?

Besucherinnen und Besucher können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie die örtlichen Vorschriften beachten, beim Tauchen und Schnorcheln verantwortungsvoll handeln und keine geschützten Arten kaufen. Wer angelt, sollte zudem die geltenden Mindestmaße einhalten, um die Bestände langfristig zu sichern.

Das marine Ökosystem der Kanarischen Inseln ist einzigartig – und es zu bewahren liegt in unserer aller Verantwortung.

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