Salzwasser | Allesfresser (mit starker pflanzenfressender Komponente) | Tagaktiv | Indopazifik | Bis zu 31 cm | Bis zu 20Jahre
Der Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus) ist ein auffälliger Meeresfisch, bekannt für seine tiefblaue Körperfarbe, den schwarzen Seitenstreifen und die leuchtend gelbe Schwanzflosse.
Er zählt zu den bekanntesten Rifffischen und ist bei Aquarianern sehr beliebt. Typisch sind seine scharfen „Skalpelle“ an beiden Seiten des Schwanzstiels, die er als Verteidigungswaffe nutzt. In freier Wildbahn kann er bis zu 31 cm groß und etwa 20 Jahre alt werden.
Verbreitung
Der Paletten-Doktorfisch lebt im Indopazifik von der Ostküste Afrikas über Japan, Samoa und Neukaledonien bis zum australischen Great Barrier Reef. Er bevorzugt klare, tropische Gewässer in Tiefen zwischen 2 und 40 Metern, wobei Jungtiere häufig in flachen, korallenreichen Zonen anzutreffen sind.
Lebensraum
Er bewohnt vor allem küstennahe Korallenriffe, die sich durch folgende Merkmale auszeichnen:
- Warmes, klares Wasser (23–27 °C) mit einem pH-Wert von 8,1–8,6.
- Verzweigte Korallenstrukturen, die ihm als Zuflucht dienen.
- Mäßige Strömungen, die Sauerstoff und Nährstoffe verteilen.
- Häufige Assoziationen mit Korallen der Gattung Pocillopora.
- Reiche Vorkommen an Makroalgen und Zooplankton – seine Hauptnahrungsquelle.
Lebensweise und Verhalten
Der Doktorfisch ist gesellig und nur selten territorial, zeigt aber in engen Becken Aggressionen gegenüber Artgenossen.
Soziales Verhalten:
- In Stresssituationen verblasst seine Färbung.
- Bei Gefahr sucht er rasch Schutz in Korallenästen.
- Jungtiere leben in Gruppen, während ausgewachsene Exemplare eher einzeln anzutreffen sind.
Tagesaktivität:
- Der Paletten-Doktorfisch ist tagaktiv und schwimmt allein oder in kleinen Schwärmen.
Fortpflanzung:
- Die Art ist eierlegend und laicht meist in Gruppen im offenen Wasser.
- Nach der äußeren Befruchtung treiben die Eier über zwei Monate planktonisch, bevor sich die Jungfische im Riff ansiedeln.
- Ein Geschlechtsunterschied ist optisch kaum erkennbar, da kein sichtbarer Sexualdimorphismus besteht. Beide Geschlechter verändern während des Laichens ihre Färbung.
- Die Zucht in Heimaquarien ist bislang äußerst selten gelungen.
Weitere interessante Fakten:
- Für den Menschen giftig, kann bei Verzehr eine Ciguatera-Vergiftung auslösen.
- Seine blaue Farbe intensiviert sich bei Stress oder Balz und verblasst bei Krankheit oder Schwäche.
- Besitzt giftige Sporne an der Schwanzwurzel; nutzt sie zur Verteidigung, flieht jedoch meist vor Bedrohungen.
Ernährung
Natürlicher Lebensraum
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Jungtiere: Ihre Ernährung konzentriert sich auf Plankton.
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Erwachsene: Allesfresser, vorwiegend Makroalgen, Zooplankton, Meeresalgen und andere pflanzliche Nahrungsquellen.
Aquarienhaltung
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Abwechslungsreiche Nahrung für marine Allesfresser, mit pflanzlichen Anteilen wie Spinat und Nori, ergänzt durch gefrorene oder gefriergetrocknete tierische Eiweiße.
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Hoher Pflanzenanteil ist wichtig, um den Stoffwechsel zu stabilisieren und Hautkrankheiten zu vermeiden.
Schutzstatus
Der Paletten-Doktorfischist laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „nicht gefährdet“ (Least Concern LC) eingestuft und zeigt bislang stabile Bestände.
Hauptbedrohungen:
- Lebensraumverlust durch Korallensterben infolge von Klimawandel, Verschmutzung und Ozeanversauerung.
- Anfälligkeit für Krankheiten.