Meerwasser | Allesfresser mit fleischlicher Tendenz | Tagaktiv | Indowestpazifik und Ostpazifik |Bis zu 21-23 cm | 6-10 Jahre
Der Halfterfisch (Zanclus cornutus) ist ein auffälliger Riffbewohner mit diskusförmigem Körper und langer, fadenartiger Rückenflosse. Er trägt ein markantes Muster aus schwarzen, weißen und gelben Streifen sowie eine gelb-schwarze Gesichtszeichnung. Sein kleines, röhrenförmiges Maul dient der Aufnahme von Schwämmen und anderen festsitzenden Wirbellosen. Die Art erreicht meist 22–23 cm, selten bis zu 25 cm Länge.
Verbreitung
Halfterfische sind im tropischen Indopazifik weit verbreitet, von Ostafrika über Japan, Hawaii und Australien bis Rapa und Ducie. Im östlichen Pazifik reicht das Verbreitungsgebiet von Baja California bis Peru. Die lange pelagische Larvenphase fördert die große Ausbreitung der Art.
Lebensraum
Halfterfische leben vorwiegend in Korallen- und Felsriffen des Indopazifiks und des östlichen Pazifiks –Ökosysteme mit hoher Artenvielfalt. Sie bevorzugen verschiedene Riffzonen, gekennzeichnet durch:
- Klare Gewässer in unterschiedlichen Tiefen: Er lebt in tropischen Gewässern, meist zwischen 3 und 182 Metern Tiefe.
- Fels- und Korallenböden: Diese Strukturen bieten Zuflucht und Nahrung, da hier Schwämme und Wirbellose besonders häufig vorkommen.
- Geschützte Lagunen: Kommt auch in ruhigen Lagunen mit reicher Bodenfauna vor.
- Riffkanten und -hänge: Besonders an äußeren Riffkanten und geneigten Bereichen ist er häufig, wo die Beutevielfalt am größten ist.
- Hohe Biodiversität: Er trägt zum Gleichgewicht des Riffökosystems bei, das aus vielen Fisch-, Korallen- und Wirbellosenarten besteht.
Halfterfische reagieren empfindlich auf Umweltveränderungen und sind auf stabile Riffstrukturen angewiesen. Ihre Anwesenheit gilt als Indikator für die Gesundheit mariner Lebensräume.
Lebensweise und Verhalten
Der Halfterfisch ist nicht territorial, kann aber gegenüber anderen Arten aggressiv auftreten.
Soziales Verhalten:
- Er lebt meist in kleinen Gruppen von zwei bis drei Tieren, gelegentlich auch einzeln oder in Schwärmen, vor allem als Jungfisch.
- Seine auffällige Färbung dient als Tarnung (bezeichnet als „disruptive Färbung“) gegenüber Fressfeinden.
- Ausgewachsene Tiere bilden oft lebenslange Paare und verteidigen ihre Partner aktiv.
Tagaktivität:
- Tagaktiv und nachts ruhend auf dem Meeresboden.
Weitere interssante Fakten:
- Die lange, weiße Rückenflosse ähnelt einer Peitsche und kann sich nach Verletzungen regenerieren.
Fortpflanzung:
- Der Halfterfisch ist ein eierlegender Fisch mit freiem Laichverhalten (pelagisches Spawning).
- Beide Geschlechter geben ihre Gameten direkt ins offene Wasser ab, wo die befruchteten Eier treiben.
- Die Larven durchlaufen eine lange pelagische Phase, bevor sie sich im Riff ansiedeln – verantwortlich für die weite Verbreitung.
- Es erfolgt keine Brutpflege.
Ernährung
Natürlicher Lebensraum
- Schwämme, Manteltiere, Ascidie und Moostierchen (sind ihre Hauptnahrungsquelle; bis zu 70%)
- Kleine bodenbewohnende Wirbellose
- Tunicaten, einige Mollusken und Hydrozoen
- In geringerem Maße benthische Algen
Aquarienhaltung
- Zubereitete Schwämme, Algenblätter, kleine Krebstiere (z. B. Mysis)
- Spezialisierte Fischnahrung für marine Fleischfresser
- Der Halfterfisch ist anspruchsvoll in der Fütterung, lehnt Trockenfutter oft ab und benötigt eine abwechslungsreiche, häufige Nahrungszufuhr.
Schutzstatus
Der Halfterfisch (Zanclus cornutus) gilt laut Roter Liste der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) als „nicht gefährdet“ (Least Concern, LC). Die Bestände gelten als stabil, obgleich gelegentlich gefangen. Seine Zukunft hängt jedoch stark von der Gesundheit der Riffe ab, die durch Verschmutzung und Klimawandel bedroht sind.
Hauptberohungen:
- Zerstörung von Korallen- und Felsriffen
- Sensibilität gegenüber Veränderungen der Wasserqualität und globalen Störungen (Verschmutzung, Versauerung), die seinen Lebensraum und seine Nahrungsquellen beeinflussen.